Grizzlies am Fluss während der Lachswanderung, Orcas im Fjord zum Abschied. British Columbia zeigt die ganze Wucht und Schönheit seiner Wildnis in nur wenigen Tagen.
Ankunft in den Fjorden
Der Weg in die Wildnis führte uns über das Wasser: Nur per Boot gelangt man in diese abgelegenen Regionen British Columbias. Schon auf der Fahrt wurde klar, dass die Küste voller Leben steckt. Auf Felsen lagen Seelöwen dicht an dicht, ihre tiefen Rufe hallten durch den Fjord. Seehunde tauchten neugierig neben uns auf, verschwanden wieder und schauten mit großen Augen aus den Wellen.
Besonders eindrücklich waren die frühen Morgenstunden. In der Dunkelheit hörte ich plötzlich laute Platscher am Bootsanleger vor unserer Unterkunft. Zunächst wusste ich nicht, was es war - bis das erste Licht des Tages die Szenerie freigab: Es waren Seehunde, die vom Steg ins Wasser sprangen. Später lagen sie dort völlig entspannt, dösten und ließen sich durch unsere Anwesenheit kaum stören.
Auch an anderen Orten begegneten wir ihnen in großer Zahl. Auf den riesigen Baumstämmen, die aus der Forstwirtschaft in den Fjorden zusammengetrieben wurden, lagen Seehunde reihenweise, als seien es ihre schwimmenden Ruheplätze. Die Mischung aus industrieller Kulisse und tierischer Gelassenheit war ein Bild, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist.
Besonders eindrücklich waren die frühen Morgenstunden. In der Dunkelheit hörte ich plötzlich laute Platscher am Bootsanleger vor unserer Unterkunft. Zunächst wusste ich nicht, was es war - bis das erste Licht des Tages die Szenerie freigab: Es waren Seehunde, die vom Steg ins Wasser sprangen. Später lagen sie dort völlig entspannt, dösten und ließen sich durch unsere Anwesenheit kaum stören.
Auch an anderen Orten begegneten wir ihnen in großer Zahl. Auf den riesigen Baumstämmen, die aus der Forstwirtschaft in den Fjorden zusammengetrieben wurden, lagen Seehunde reihenweise, als seien es ihre schwimmenden Ruheplätze. Die Mischung aus industrieller Kulisse und tierischer Gelassenheit war ein Bild, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist.
Die Grizzlies am Fluss
Wenige Stunden später standen wir an den hölzernen Aussichtsplattformen am Fluss - inmitten der letzten Tage der großen Lachswanderung. Millionen von Fischen kämpfen sich in dieser Zeit aus dem Meer die Flüsse hinauf, um ihre Laichplätze zu erreichen. Ein Schauspiel, das nicht nur für sie selbst von Bedeutung ist: Für die Grizzlies bedeutet es die wichtigste Nahrungszeit des Jahres.
Schon auf der ersten Plattform erschien eine junge Bärin. Noch unerfahren, stapfte sie durchs Wasser, schlug nach den Fischen und suchte schließlich die Reste, die ältere Tiere übriggelassen hatten. Ihre Versuche waren unbeholfen - und doch zeigte sich hier die Kraft des Lernens in der Wildnis.
Begegnungen wie diese sind Teil eines streng regulierten Bärentourismus: Ein Teil der Gästegebühren fließt an die Commercial Bear Viewing Association of British Columbia (CBVA), die Standards für respektvolle Beobachtungen setzt.
Schon auf der ersten Plattform erschien eine junge Bärin. Noch unerfahren, stapfte sie durchs Wasser, schlug nach den Fischen und suchte schließlich die Reste, die ältere Tiere übriggelassen hatten. Ihre Versuche waren unbeholfen - und doch zeigte sich hier die Kraft des Lernens in der Wildnis.
Begegnungen wie diese sind Teil eines streng regulierten Bärentourismus: Ein Teil der Gästegebühren fließt an die Commercial Bear Viewing Association of British Columbia (CBVA), die Standards für respektvolle Beobachtungen setzt.
Junge Bären am Fluss - noch unsicher im Lachsfang, suchen sie nach Resten oder graben nach Lachseiern im Kiesbett. Ein Verhalten, das typisch für die Unerfahrenen ist.
Wenn Lachse den Wald ernähren
Was leicht übersehen wird: Die Lachse, die von den Grizzlies gefangen und oft am Ufer zurückgelassen werden, sind weit mehr als Nahrung. Ihre Kadaver liefern wertvolle Nährstoffe für die umliegenden Wälder. Studien haben gezeigt, dass bis zu 25 % des Stickstoffs in den Blättern von Bäumen in Flussnähe aus den Lachsen stammt, die zuvor von Bären gefressen wurden (Helfield & Naiman, 2001, Ecological Society of America). So verbinden die Grizzlies auf unsichtbare Weise Fluss und Wald, Tierwelt und Pflanzenwelt.
Ein geschultes Auge
Neben den großen Szenen am Fluss waren es für mich auch die kleinen Momente, die zählten. Während viele Reisende es sich im Boot bequem machten, blieb ich draußen im kalten Oktoberwind, die Augen stets am Ufer. Und tatsächlich - in einem Augenblick, kaum länger als ein Wimpernschlag, sah ich einen Bären hinter einem Busch verschwinden. Zunächst wollte mir niemand glauben. Doch Minuten später tauchte er wieder auf, lief den Fluss hinauf - und bewies, dass sich Wachsamkeit lohnt. Solche Augenblicke zeigen mir, wie sehr sich mein Blick über die Jahre geschärft hat.
Orcas zum Abschied
Am Ende unserer Tage in den Fjorden, als wir schon kurz vor der Abreise standen, geschah etwas Unerwartetes. Am Eingang des Fjords tauchten plötzlich Orcas auf. Eine kleine Gruppe zog majestätisch vorbei, ihre Rückenflossen ragten aus dem Wasser, begleitet vom rhythmischen Ausatmen der Tiere. Für einen Moment hielt alles inne - und die Begeisterung war greifbar. Es war, als wollte uns die Wildnis von British Columbia noch ein letztes Geschenk machen, bevor wir aufbrachen.
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