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Klimawandel in der Arktis

Rauch von fernen Waldbränden, brütende Hitze und plötzlich sieben Eisbären inmitten der Weidenröschen. Ein faszinierender Anblick - und zugleich ein Spiegel der Veränderungen, die den Tieren ihr Gleichgewicht rauben.

Ein überwältigender Anblick

Zwei Tage nach der ersten Begegnung mit der Eisbärin und ihrem Jungen änderte sich das Bild auf unserer Insel dramatisch. Plötzlich waren es nicht mehr nur zwei Bären - sechs bis sieben Eisbären hielten sich gleichzeitig zwischen den lila leuchtenden Fireweeds auf. Ein Anblick, der überwältigend war: überall mächtige weiße Gestalten, eingebettet in ein Farbenmeer, das fast unwirklich schien. Doch so beeindruckend dieser Moment auch war - er verlangte unsere volle Aufmerksamkeit. Selbst unsere beiden erfahrenen Guides wirkten angespannt, denn es war notwendig, jederzeit zu wissen, wo sich die Tiere befanden. Wir blieben deshalb dicht am Boot.

Rauch am Himmel

Am Morgen des 6. August zeigte sich die Hudson Bay in einem Licht, das unvergesslich bleibt. Über dem Wasser lag ein Dunstschleier, die Sonne erschien knallrot, und die ganze Landschaft wirkte gespenstisch still. Es war Rauch von gewaltigen Waldbränden in Manitoba, hunderte Kilometer entfernt, der bis hierher in die Arktis getragen wurde (NASA Earth Observatory, CityNews Winnipeg). Diese Rauchdecke legte sich wie ein Filter über alles - über die Blumen, die Insel, die Bären - und tauchte sie in ein unheimlich schönes, aber bedrückendes Licht.
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Hudson Bay im Rauchschleier - Waldbrände aus dem Süden färben die Arktis.

Ungewöhnliche Hitze

Hinzu kam die ungewöhnliche Hitze. Mehrfach stieg das Thermometer während unseres Aufenthalts auf fast 30 °C. Für uns bedeutete das grelles, hartes Licht und schwierige fotografische Bedingungen. Für die Bären aber war es eine enorme Belastung. Ihr dichtes Fell und die starken Fettschichten schützen sie perfekt vor Kälte - doch gegen Hitze sind sie nahezu wehrlos. Immer öfter suchten sie deshalb Abkühlung im Wasser, um die Wärme auszuhalten.
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Hitze über der Arktis - fast 30 Grad, eine Herausforderung für Bären und Fotografen.

Der neugierige Bär

Einer dieser Bären ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: ein junger, neugieriger Bär, der uns fast jeden Morgen am Ufer erwartete. Er stand dort, aufmerksam und wachsam, als wolle er uns beobachten, und wirkte dabei fast vertraut. Für mich wurde er zu einem meiner Lieblingsbären. Später erlebte ich ihn in einer Szene, die mich tief bewegte: im Wasser der Hudson Bay. Mit meiner Drohne konnte ich festhalten, wie er sich treiben ließ, die eigenen Pfoten umklammerte, sich kratzte, wieder abtauchte und das Bad sichtbar genoss. Alles an diesem Moment wirkte friedlich, verspielt und voller Lebensfreude.

Eine stille Mahnung

Doch so schön die Szene war - sie trug auch eine stille Mahnung in sich. Denn diese Leichtigkeit stand im starken Kontrast zu den Eindrücken jener Tage: Rauch am Himmel, brütende Hitze, und Bären, die in einer sich wandelnden Arktis um ihr Gleichgewicht ringen.
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Ein Bär in der Morgensonne - Schönheit und Warnung zugleich, der Rauch der fernen Brände färbt selbst das Meer rot.

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